LUCINA (lat.)

= DAS GEBÄREN

LUCINA (Unsere Haltung)

= KOMPROMISSLOS DAS LEBEN LIEBEND

LUCINA (Die Lehre)

= KONSEQUENT PROFESSIONELL

Liebe Leserinnen und Leser,

im Februar 2019 startete TLHE das neue Fachmagazin „Lucina“ für Mediziner, Hebammen und alle an der Fachrichtung der Gynäkologie und Geburtshilfe Interessierten. Lucina, das Magazin zur Traditionellen Lehre der Hebammen- und Entbindungskunst, fußt auf dem in unseren Fortbildungskursen zur Traditionellen Lehre der Hebammen- und Entbindungskunst (TLHE) vermittelten Wissen. Lucina gab es bereits von 1802 bis 1811, damals mit dem Namenszusatz „Zeitschrift zur Vervollkommnung der Entbindungskunde“. Herausgegeben wurde sie von dem deutschen Gynäkologen und Hochschullehrer Adam Elias von Siebold (1775 - 1828). Als Professor der Medizin und Geburtshilfe brachte von Siebold die medizinische geburtshilfliche Ausbildung intensiv voran, indem er Ärzte und Hebammen praktisch am Wochenbett unterrichtete. Dies wurde möglich, indem von Siebold 1805 das für seine Zeit neue Gebärhaus in Würzburg und 1817 die geburtshilfliche Universitätsklinik in Berlin gründete. TLHE stellt sich heute mit Lucina bewusst in die Tradition von Siebolds, der mit seinen Schriften praktisch erprobtes geburtshilfliches Wissen weitertragen, erhalten und die fachlichen Kompetenzen von Hebammen und Ärzten fördern wollte.

Wir sind der Überzeugung, dass gerade heute für medizinisches Personal die Erlangung und Erweiterung eines stabilen Wissens, methodisches, strukturiertes Arbeiten und die kompetente Kommunikation unbedingtes Ziel sein sollte. Dazu möchte Lucina beitragen. Wir freuen uns schon jetzt darauf, Ihnen vier Mal jährlich auf 72 Seiten jeweils ein spezielles Thema aus dem Fachgebiet der Frauengesundheit, dazu informative Berichte, Interviews, Porträts und Reportagen bieten zu können. Durch übergeordnete Jahresschwerpunkte und darauf abgestimmte Fachbeiträge wird Lucina Heft für Heft zu einem Sammelband für beständig gültiges geburtshilfliches Wissen. Ohne Rücksicht auf Moden und mit Verweis auf die Koryphäen ihrer Zeit gibt Lucina jenes gesicherte Wissen weiter, das von Generation zu Generation als geburtshilfliche Regel immer wieder als Regelwerk auftaucht und durch neueste Forschungsergebnisse inzwischen bestätigt wird.

Durch Schritt für Schritt-Erklärungen am praktischen Beispiel und mit aussagekräftigen Bildern werden die Abläufe klinischer Untersuchungsmethoden zum Nachlesen und Lernen erklärt. So möchte Lucina ihre Leser dazu ermuntern, fachgerecht Prioritäten zu setzen. Alle Lucina-Beiträge wollen den Blick auf die Achtsamkeit für das ressourcenorientierte Arbeiten lenken: Welche Voraussetzungen bringt die schwangere Frau mit, welche Maßnahmen sind individuell hilfreich, welche nicht?

So spricht Lucina nicht nur Hebammen, Geburtshelfer und Gynäkologen an, sondern alle die sich für Frauen-, Kinder- und Familiengesundheit stark machen. Hier greift das Stichwort Interdisziplinäre Zusammenarbeit – nicht gegeneinander und fürs Ego, sondern nur im Team kommen wir voran. Es gilt, fachübergreifend gefährliche Situationen frühzeitig als solche zu erkennen, mit Hilfe der jeweiligen fachlichen Untersuchung einzuordnen, zu kommunizieren und unter Berücksichtigung von richtigen Abläufen zu bewältigen. Dies umso mehr, da gerade Schwangere, so individuell Ihre Wahrnehmung auch ist, auf die sie betreuenden Fachleute vertrauen können muss.

Ergänzend zum jeweiligen Schwerpunktthema soll der Austausch und die Vernetzung unserer Leser gefördert werden. So wird es Platz geben für unzensierte Leserbriefe und Terminankündigungen zu Vorträgen, Veranstaltungen, Fortbildungen und Lesungen. Bewusst greift Lucina im Titelzusatz das Wort Kunst auf. Denn Kunst macht uns aufmerksam, fördert die Selbstreflexion, lässt Zusammenhänge erkennen und inspiriert uns. Insoweit ist Lucina nicht nur Fachmagazin, sondern Lebenshaltung mit einer konsequent wertschätzenden Weltsicht und einer kompromisslos das Leben liebenden und dienenden Position.

Barbara Kosfeld
Herausgeberin